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Die moderne Telefonanlage, VoIP, ACD, CTI/UC/UMSLetzte Bearbeitung: 12.04.2012 ÜbersichtAktuelle Seminare AllgemeinesIn den letzten 20 Jahren hat sich die Technologie, die zum Telefonieren benutzt wird, entscheidend geändert:
Diese Digitalisierung stellt die technische Basis dafür da, dass sich Telefon und Computer, die ursprünglich völlig getrennte, voneinander unabhängige Technologien waren, immer mehr miteinander vermischen: Auf einer Verbindung fließen nur noch Bits - ob die aus einem Telefonat oder aus Computerdaten herrühren, lässt sich gar nicht mehr feststellen. Die neueste Entwicklung ist die Übertragung von Telefongesprächen über das Internet mittels Internet-Technologien, das so genannte 'Voice over IP' (VoIP): In diesem Falle werden, im Gegensatz zu ISDN, auch keine eigenen Leitungen mehr für die Telefonate benötigt, sondern es wird das weltweit verfügbare und sehr preiswerte Internet, bzw. innerhalb des Betriebs das Intranet, genutzt. Angewendet auf einen Betrieb oder eine Verwaltung heißt das, dass das interne Telefonnetz überflüssig wird und alle Gespräche über das vorhandene Computernetz, das LAN, übertragen werden. Moderne Telefonanlagen (z.B. von Siemens, CISCO oder Avaya-Tenovis) ermöglichen es, die herkömmliche digitale Technologie mit VoIP zu mischen, so dass eine Umstellung schrittweise erfolgen kann. Eine typische Konfiguration einer Telefonanlage könnte z.B. folgendermaßen aussehen:
Von der VoIP-Technik versprechen sich die Firmen Kosteneinsparungen durch eine effizientere Verwaltung und eine flexiblere Integration mit den anderen Computeranwendungen - ob sich so wirklich in relevantem Umfang Kosten sparen lassen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und ist nicht immer garantiert. ACD (= Automatic Call Distribution, also die automatische Anrufverteilung), ist nicht nicht ganz neu und hat auch nichts mit VoIP zu tun - allerdings kann man in letzter Zeit eine verstärkte Nachfrage nach dieser Call-Center-Technologie beobachten. ACD dient dazu - als Ergänzung der bisherigen Telefonanlage -, v.a. ankommende Anrufe flexibel auf einzelne Mitarbeitergruppen (Agenten) zu verteilen und sehr genaue Statistiken über diese Telefonate zu erstellen. Diese Funktionalität wird v.a. bei der Kundenbetreuung (z.B. Hotline), Bestellannahme u.ä. eingesetzt. Die ACD-Statistiken können anonym sein, sie können sich aber auch auf einen einzelnen Mitarbeiter oder eine kleine Gruppe von Mitarbeitern ('ACD-Gruppe') beziehen und damit die Grundlage für eine Verhaltens- oder Leistungskontrolle darstellen. Die Verbindung der Telefonanlage mit Computeranwendungen wird besonders deutlich, wenn CTI im Zusammenhang mit UMS eingesetzt wird: CTI steht für 'Computer Telephony Integration' und kann z.B. bedeuten, dass die Mitarbeiterin gar keinen herkömmlichen Telefonapparat mehr hat, sondern mit ihrer Maus auf eine Telefonnummer in Outlook klickt, die dann automatisch gewählt wird. CTI kann auch heißen, dass die Daten des Kunden, der gerade anruft, automatisch auf dem Bildschirm der Mitarbeiterin dargestellt werden. Viele weitere Anwendungen sind denkbar und können firmenspezifisch realisiert werden. CTI wird manchmal auch mit UC (= Unified Communication) bezeichnet. UMS heißt 'Unified Message System' und bedeutet, dass die bisher getrennten Nachrichtenformate 'Sprache', 'Fax' und 'E-Mail' sich gegenseitig in weitem Umfang ersetzen können. Man kann damit z.B. ein Fax an eine E-Mail-Adresse senden, erhält eine Nachricht in seiner Mail-Box, wenn ein Anrufer etwas auf den (elektronischen) Anrufbeantworter gesprochen hat oder empfängt ein eingehendes Fax als E-Mail. CTI/UC/UMS gibt es auch, ohne dass VoIP eingesetzt werden muss, aber mit VoIP wird alles noch flexibler. Typische ProblemeWelche Probleme mit der Einführung der neuen Techniken und Funktionen für die Beschäftigten verbunden sind, hängt von vielen Faktoren und lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Je nach Größe und Art der Firma und je nach Umfang der eingesetzten Technologie kann es sein, dass die Umstellung auf eine neue Telefonanlage überhaupt keine Auswirkungen auf die Beschäftigten hat, es können sich dadurch aber auch erhebliche Probleme für die MitarbeiterInnen ergeben. In jedem Fall sollte sich der BR/PR gründlich informieren und detailliert damit auseinandersetzen. In der folgenden Übersicht wird angedeutet, wo wahrscheinlich die wichtigsten Problembereiche für die Beschäftigten liegen, in Abhängigkeit von der eingesetzten Technologie und den genutzten Funktionen:
Außerdem muss speziell bei VoIP eine ganze Reihe von Sicherheits-, Qualitäts- und Verfügbarkeitsprobleme gelöst werden - aber das ist eigentlich hauptsächlich die Aufgabe des Arbeitgebers. Wichtige Detailinformationen dazu finden sich u.a. beim BSI. Um die angedeuteten Probleme zu lösen, wenn sie denn als solche erkannt werden, sollte der BR/PR deshalb eine Betriebsvereinbarung abschließen, die, angepasst an die konkreten betrieblichen Verhältnisse, die die 'Spielregeln' für beide Seiten beschreibt, die bei der Nutzung der Telefonanlage einzuhalten sind. Rechte des BetriebsratsInformationsrechte
Mitbestimmungsrechte (notfalls über Einigungsstelle erzwingbar)::
Kontrollrechte
LiteraturEs gibt zur Zeit keine Literatur, die sich speziell mit den Problemen der Beschäftigten und des Betriebs-/Personalrats in Bezug auf moderne Telefonanlagen auseinandersetzt (das Buch aus dem Bund-Verlag 'Digitale Telefonanlagen' von Holl et al. von 1996 ist technisch nicht mehr aktuell und auch nicht mehr erhältlich). Deshalb hier nur folgende allgemeine Hinweise:
Internet-AdressenZu VoIP gibt es eine Reihe von Internet-Adressen, die zwar viele Informationen bieten, die sich aber praktisch ausschließlich auf die Technik und auf den privaten Bereich beziehen. Hier zwei allgemeine Internet-Adressen, die auch interessante Informationen zu Telefonanlagen aus dem Blickwinkel des Datenschutzes und der Datensicherheit bieten:
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